Minijob – Rechte und Pflichten

Die sog. Minijobs oder geringfügigen Beschäftigungen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Entgeltgeringfügigkeit oder Zeitgeringfügigkeit.

Beträgt der monatliche Lohn nicht mehr als 450,00 € bzw. wird die Jahreshöchstgrenze von 5.400,00 € (12 x 450,00 €) nicht überschritten, handelt es sich um einen Minijob im Rahmen einer geringfügigen Entlohnung. Beläuft sich die Beschäftigung im Laufe eines Kalenderjahres auf höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage, handelt es sich um einen Minijob im Rahmen einer kurzfristigen Ausübung.

Dabei muss jedoch beachtet werden, dass mehrere geringfügige Bechäftigungen zusammengerechnet werden und, sofern eine der beiden oben genannten Voraussetzungen vorliegt, eine „normale“ Teilzeit- oder sogar Vollzeitbeschäftigung ergeben können. Wenn hingegen eine nicht geringfügige Beschäftigung und maximal eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt werden, erfolgt hingegen keine Addition der Gehälter oder Arbeitszeiten. Dies gilt allerding nur, wenn die Beschäftigungen bei nicht ein und demselben Arbeitgeber erfolgen, da andernfalls widerum ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis vorliegt.

Alle Arbeitnehmer, die einen der oben genannten Minijobs ausüben, gelten nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz als Teilzeitbeschäftigte, mit denselben Rechten und Pflichten. Hierunter fallen z.B. die Pflicht zur Arbeitsleistungerbringung, die Ausbezahlung des Mindestlohns, Gewährung von Erholungsurlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bei Schwangerschaft, sowie Arbeitsausfall an Feiertagen, Erhalt von Sonderzahlungen, Gratifikationen und Kündigungsschutz. Es besteht lediglich weder eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung, sprich keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der gesetzlichen Pflegeversicherung noch eine Beitragspflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht sind geringfügige Beschäftigungen nicht steuerfrei. In der Regel werden hier Pauschalbeträge erhoben, welche direkt vom Arbeitgeber zu entrichten sind, ohne dass sich ein diesbezüglicher Hinweis auf den Lohnabrechnungen des Arbeitnehmers wiederfindet oder Abzüge bei diesem erfolgen. Dies gilt nicht nur für Unternehmen als Arbeitgeber, sondern selbstverständlich auch für geringfügige Beschäftigungen im Privathaushalt. Hier wird jedoch ein wesentlich geringerer Anteil, rund 14 % Steuern und Sozialabgaben fällig, während dies bei nicht privaten Arbeitgebern rund 31 % sind. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass ein Arbeitgeber für seinen geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer neben den 450,00 € Gehalt weitere 139,46 € an Sozialabgaben und Steuern und zusätzlich einen jährlichen Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlen muss, für geringfügig Beschäftigte im Privathaushalt ergibt sich ein Zusatzbetrag in Höhe von 64,98 €.

Und obwohl der Aufwand und der Zusatzbetrag, wie zuvor dargestellt, eher gering sind, werden insbesondere in Privathaushalten mehr Arbeiten „schwarz“ ausgeführt, als im Rahemn einer angemeldeten geringfügigen Beschäftigung. Die Risiken und Strafen die hiermit verbunden sind, werden dennoch billigend in Kauf genommen, um an der falschen Stelle zu sparen.