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Nein heißt nein. Auch im Karneval.

Als Rechtsanwältin empfehle ich: Wer trotz einem Nein zum Opfer sexueller Übergriffe wird, sollte sich als Nebenklägerin wehren.

Wer schon mit der Muttermilch vom Karneval-Virus infiziert wurde, will auch in diesem Jahr feiern ohne Grenzen – aber mit Respekt vor dem Nein. Und dieses Nein gilt auch trotz ausgelassenem Tanzen oder Schunkeln.

Schärfere Gesetze und eine höhere Präsenz der Polizei sollen Ereignisse wie in der Silvesternacht unterbinden. Trotzdem gestehen die Oberbürgermeisterin von Köln und der neue Polizeichef ein, nicht für einen 100-prozentigen Schutz sorgen zu können.

Wer allen Bemühungen von Polizei und anderen Ordnungskräften zum Trotz im Karneval Opfer von sexuellen Übergriffen wird, sollte sofort und ohne jede Toleranz Anzeige erstatten.

Auch bei einer Anzeige gegen Unbekannt gilt: Durch das Hinzuziehen eines Rechtsbeistandes verbessern Sie ihre Position. Zum Beispiel durch das Recht der frühzeitigen Einsicht in polizeiliche Ermittlungen zum Zweck der Nebenklage.

Vor Gericht werden Täter anwaltlich vertreten und versuchen sich herauszureden. Oftmals mit Begründungen, die für das Opfer entwürdigend sind. Alleine die Tatsache, als Nebenklägerin auf der richtigen Seite, das heißt, neben dem Staatsanwalt zu sitzen, kann für die Aufarbeitung der psychologischen Folgen von großer Bedeutung sein.

Für betroffene Frauen ist anwaltliche Hilfe vor oder nach Erstattung einer Anzeige die beste Möglichkeit, nicht in die Falle der immer noch bestehenden Gesetzeslücken zu geraten und Täter damit straffrei ausgehen zu lassen.

Meine 24-Stunden-Notfallnummer lautet 0221 47 444 840