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Sie sind Opfer einer Sexualstraftat

Als Rechtsanwältin sage ich Ihnen – Nein, es geht auch anders:

Sie, als Opfer sexueller Straftaten, haben das Recht, als Nebenklägerin aufzutreten.

Für viele von sexuellen Übergriffen betroffene Frauen tritt neben dem Schockerlebnis insbesondere vor Gericht auch noch das Gefühl der Wehrlosigkeit auf. Der Täter wird anwaltlich vertreten und die geschädigte Frau bleibt sich selbst überlassen. Sie ist vor Gericht lediglich Zeugin und muss das Geschehene konkret und detailliert wiedergeben. Damit wird das Opfer noch einmal und völlig ohne Unterstützung mit der Tat konfrontiert. Schlimmstenfalls muss sie sich noch dem Vorwurf einer Provokation des Übergriffes aussetzen. Dem kann entgegen getreten werden. Werden Sie Nebenklägerin, lassen auch Sie sich anwaltlich vertreten und konfrontieren Sie den Täter mit der begangenen Straftat.

Nach dem Gesetzestext liegt eine sexuelle Nötigung nur vor, wenn Täter zweistufig vorgehen. Zunächst bedarf es einer Konfrontation und Einschüchterung des Opfers durch körperliche Gewalt beziehungsweise Drohung mit Gewalt, oder es muss die konkrete Furcht vor körperlicher Verletzung ausgenutzt werden. Das muss einer sexuellen Handlung vorausgehen, um eine Straftat darzustellen.

Viele Täter berufen sich später vor der Polizei und dem Gericht jedoch darauf, „sie hätten eine Situation zufällig ausgenutzt und das Opfer nur überrumpelt“. Damit handelt es sich um keine Straftat nach deutschem Recht

Deshalb ist es sehr wichtig, bei der Anzeigenerstattung den Sachverhalt differenziert zu schildern und sofern eine Einschüchterungssituation vorgelegen hat, diese realistisch darzustellen.

Für betroffene Frauen ist anwaltliche Unterstützung bereits vor der Anzeigenerstattung eine erhebliche Hilfe, um von Beginn an keine Zweifel über den wahren Sachverhalt aufkommen zu lassen.

Meine 24-Stunden-Notfallnummer lautet 0221 47 444 840